Hierbei handelt es sich um richterliche Weisungen nach § 10 Jugendgerichtsgesetz.
Unsere Maßnahmen richten sich an Jugendliche und Heranwachsende, die lernen sollen, sich mit ihrer Straftat auseinanderzusetzen und die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Betreuungsweisungen sind intensive Einzelbetreuungen über einen Zeitraum von 6-18 Monaten. Es finden regelmäßig Gesprächstermine und auch Hausbesuche statt.

Ziel der Maßnahme ist die Entwicklung von realistischen Zukunftsperspektiven, wie einer schulischen und beruflichen Ausbildung. Die Jugendlichen erhalten Begleitung und Unterstützung bei notwendigen Behördengängen und Vermittlung von erforderlichen  Hilfsangeboten.  Ziel der  Betreuungsweisung  ist  u.a. die Förderung von Selbständigkeit, Selbstvertrauen und Frustrationstoleranz – letztlich um weitere Straftaten zu vermeiden.

Im Anti-Gewalt-Training setzen sich die Jugendlichen an fünf ganztägigen Kurseinheiten oder berufsbegleitend über sieben Wochen an wöchentlich stattfindenden Gruppentreffen intensiv mit dem Ursprung und den Folgen ihres gewalttätigen Verhaltens auseinander. Sie werden zu ihrer Tat ins Kreuzverhör der Kritik genommen und durch geschulte Anti-Gewalt-Trainer und die anderen Teilnehmer konfrontiert.

Über spezifische Übungen und videounterstütztes Lernen wird das Einfühlungsvermögen geschult und zu einer Einstellungs- und Verhaltensänderung motiviert. Neben Kommunikations-, Körpersprache- und Entspannungsübungen werden konkrete Deeskalationstechniken vermittelt  und alternative Handlungsstrategien für Stress- und Konfliktsituationen erarbeitet.

Über gezielt eingesetzte Einzel-, Partner- und Gruppenübungen, Rollenspiele und angeleitete Gesprächsrunden machen die Teilnehmer neue Erfahrungen, die ihr soziales Verhalten trainieren und ihr Selbstwertgefühl stärken sollen. Die Förderung von Kommunikations-, Konflikt-, und Frustrationstoleranz sind ebenso wichtig wie die Vermittlung von Informationen über lebenspraktische Themen, wie Arbeitsplatzsuche, Geld, Gesundheit, Sexualität.

Je nach der Zusammenstellung der Gruppe ergeben sich unterschiedliche thematische Schwerpunkte, wie z.B. Fremdenfeindlichkeit, Genussmittelkonsum, Eigentum, Gewalt.
Der Kurs erstreckt sich über 4 ganztägige Einheiten in den Ferien oder berufsbegleitend über vier Wochen an wöchentlich stattfindenden Gruppentreffen.

In Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg setzen sich die Teilnehmer an fünf Abendterminen mit den rechtlichen, medizinischen und persönlichen Folgen ihres Drogen- und Suchtmittelkonsums auseinander. Die Jugendlichen sollen über die Gefahren unkontrollierten Genussmittelkonsumes aufgeklärt und darin unterstützt werden, sich gesundheitsbewusster zu verhalten.

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